Über Realismus – Kritik der Zukunft – Spezial:
Manja Präkels und Annett Gröschner im Gespräch mit Lars Dreiucker
09.05.2026
im Hedwig-Dohm-Haus der Humboldt-Universität |
Ziegelstraße 4, 10117 Berlin |
Einlass: 17.30 Uhr,
Beginn: 18.00 Uhr (kein Nacheinlass) |
Eintritt frei
Wem wollen wir vertrauen? Woran halten wir uns? Welcher Quelle, welcher Erzählung, welcher Gruppe schenkst du dein Vertrauen, deine Stimme, deinen Glauben – oder ich? Gibt es ein Wir? Verspricht die Realität all diese Probleme zu lösen? Oder die Wahrheit? Oder die gut gebaute Lüge?
Realismus bezeichnet in dieser Veranstaltungsreihe keinen Wunsch nach bloßer Wirklichkeitsabbildung. Er meint vielmehr die Frage, wie wir über das sprechen, was ist – ohne Illusionen, aber auch ohne Resignation. Realistisch zu sein heißt hier, gesellschaftliche Zustände ernst zu nehmen: ihre Gewalt, ihre Widersprüche, ihre historischen Schichten.
In diesem Sinn fragt der Abend danach, ob Realismus ein Instrument der Ernüchterung ist oder eine Voraussetzung von Hoffnung: ein Mittel, die Welt nicht schöner zu erzählen, als sie ist – um sie überhaupt verändern zu können.
Kurz: Wie wollen wir leben – mit wem und nach welchem Maßstab wollen wir leben?
In der Veranstaltungsreihe
Über Realismus. Kritik der Zukunft – Spezial im Hedwig Dohm Haus der Humboldt Universität zu Berlin
stellen sich helle Geister der Gegenwart die Frage, welcher Realität und welcher Geschichte wir vertrauen wollen, insbesondere in Zeiten, in denen politische, soziale und mediale Gewissheiten fragil geworden sind und wir die Bodenhaftung zu verlieren drohen.
In der ersten Live Folge der
Sendereihe Kritik der Zukunft, die von Lars Dreiucker in Zusammenarbeit mit ALEX Offener Kanal Berlin, der IG HDH (Interessengemeinschaft Hedwig Dohm Haus) und Zeitpfeil e.V. produziert wird,
sind Manja Präkels und Annett Gröschner zu Gast.
Im Zentrum des Gesprächs stehen literarische, politische und gesellschaftliche Perspektiven auf Realismus als ästhetische wie moralische Kategorie der Gegenwart.
Die Autorin und Musikerin Manja Präkels (*1974 in Zehdenick/Mark) lebt in Berlin und Rheinsberg. In den Neunzigerjahren arbeitete sie als Lokaljournalistin in Brandenburg. 2001 gründete sie ihre Band Der Singende Tresen, 2009 gemeinsam mit ihrem Partner und Komplizen Markus Liske die Gedankenmanufaktur WORT & TON. In gemeinsamer Herausgeberschaft entstanden u.a. die Nachwende-Anthologie „Kaltland“ (Rotbuch 2011), das Erich Mühsam-Lesebuchs „Das seid ihr Hunde wert!“ (Verbrecher Verlag 2014) und die Streitschrift „Vorsicht Volk!“ (Verbrecher Verlag 2015). Ihr Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ (Verbrecher Verlag 2017) wurde u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach für Theater adaptiert. Zuletzt erschien im selben Verlag der Band „Extremwetterlagen – Reportagen aus einem neuen Deutschland“ unter ihrer Beteiligung.
Annett Gröschner (*1964 in Magdeburg) ist eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin, Dozentin und Performerin, die seit 1983 in Berlin lebt. Nach ihrer Ausbildung zur Ankleiderin an den Bühnen der Stadt Magdeburg studierte sie Germanistik in Ost-Berlin und Paris (1983–1991).
Ihre berufliche Laufbahn umfasst vielfältige Stationen:
Von 1992 bis 1996 war sie als Historikerin für das Prenzlauer Berg Museum tätig und gründete 1990 die Frauenzeitschrift Ypsilon. Seit 1997 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Journalistin für Publikationen wie die taz, den Freitag und ZEIT ONLINE. 2015-2020 war sie Gastprofessorin für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin und lehrte zuvor an der Universität Hildesheim sowie der Humboldt-Universität. Als Performerin ist sie seit 2012 Mitglied im Ensemble von She She Pop.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen die Romane Moskauer Eis (2000) und Walpurgistag (2011), der Bestseller Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat (2024) sowie der 2025 erschienene Roman Schwebende Lasten. Ihre Leistungen wurden mit zahlreichen Preisen gewürdigt, darunter dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontane-Preis) und dem Klopstock-Preis (beide 2021), dem Erwin-Strittmatter-Preis sowie dem Mainzer Stadtschreiberstipendium (2025).
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Hinweis:
Sie erklären sich mit ihrer Teilnahme ausdrücklich bereit, dass ihre Anwesenheit zum Zwecke der Ausstrahlung audiovisuell aufgezeichnet und verwertet wird.
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