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Politik in Zusammenhängen

Politik im Zusammenhang begreifen

Wirtschaft und Verantwortung: Arbeit-Leben-Gesellschaft

Die zunehmende Automatisierung und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer führen seit Jahren zu einem Anstieg der inzwischen massenhaften Arbeitslosigkeit, zumal in Zeiten einer allgemeinen Rezession. Die Diskussion über zu hohe Löhne und Lohnnebenkosten ist allgegenwärtig. Im Kalkül vieler Großunternehmen spielen Gewinne und ´Share-holder-value´ eine zentrale Rolle. Dem gegenüber rückt das Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten oder gar zu schaffen, stark in den Hintergrund. Ist es illusorisch, von einer gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen zu sprechen? Gibt es alternative Möglichkeiten für eine vernünftige Wirtschaftsverfassung, in der mit vereinten Kräften von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegen die hohe Arbeitslosigkeit gekämpft wird? Wie flexibel müssen Arbeitnehmer heute sein und wie lassen sich Lebensentwürfe mit den Forderungen des Marktes vereinbaren?

Mögliche Themen:

Diesen und anderen Fragen möchte das Seminar im Dialog mit Betroffenen und Experten nachgehen.

Mediokratie? Medien, Macht und Politik

Nicht nur die Regierung ist umgezogen - Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen, Nachrichtenagenturen, Verlage etc. sind gefolgt und haben einen festen Platz in der neuen Hauptstadt Berlin. Immer öfter wird von der "Mediendemokratie" oder gar von "Mediokratie" gesprochen. Sind die Medien heute wirklich die vierte Gewalt im Staat? Wieviel Einfluß haben sie wirklich auf die Politik? Wird die Politik durch die Medien transparenter oder wird sie zu immer mehr Inszenierungen gezwungen? Benutzen die Medien die Politik oder die Politiker die Medien? Welchen Einfluß haben die Medien auf das Engagement in der Zivilgesellschaft? Sind wir Bürger besser informiert oder wird die Fülle an Information zur Deformation?
Das Seminar führt in relevante theoretische Konzepte ein, sucht das Gespräch mit Journalisten und Politikern und geht den Fragen an einem aktuellen Beispiel nach. Ziel des Seminars ist es dabei auch, die kritische Medienkompetenz der Teilnehmenden zu stärken.

Das Seminar kann auch als Berlin-Studienreise gebucht werden.

Überwachen und Strafen - Staat und Sicherheit

Staat und Ordnung gehören zusammen; in unterschiedlichen Systemen gibt es unterschiedliche Methoden, staatliche Macht durchzusetzen. Wie bringt man Menschen dazu, sich gesetzeskonform zu verhalten? Wie funktioniert Kontrolle? Welche Auswirkungen hat sie auf die Betroffenen? Wie weit sollte es einer gefestigten Demokratie gestattet sein, zu überwachen und zu bestrafen, um ihre Bürger zu beschützen? Bis wohin geht die Kontrolle (Stichwort: "gläserner Mensch")? Wer kontrolliert sie?
In einem theoretischen Teil kommen verschiedene Sichtweisen zum Tragen: das Seminar beschäftigt sich mit Macht- und Kontrolltheorien (Foucault) sowie mit Grundlagen und Geschichte des Strafrechts. In einem zweiten Teil werden dann durch einen Gefängnisbesuch, Gedenkstättenbesuche und Gespräche mit Referenten (z.B. Vertreter des Verfassungsschutzes, Amnesty International oder Juristen) anschauliche Verbindungen zu Geschichte und Gegenwart gezogen. Das genaue Programm wird gemeinsam mit den Gruppen erstellt.

Programm kann auch als Berlin-Studienreise gebucht werden.

Menschenrechte - Probleme und Perspektiven

Was ist ein Menschenrecht? Sind die Menschenrechte universell gültig? Wie können Verstöße international geahndet werden? Was tragen dabei die internationalen Institutionen und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) bei? Wie sieht es mit den Menschenrechten in Europa aus?
Themen des Seminars sind die Geschichte und Inhalte der Menschenrechtserklärungen, die Vereinten Nationen und der Internationale Strafgerichtshof und aktuelle Fallbeispiele. Das Seminarprogramm beinhaltet Gespräche mit Betroffenen, Juristen, Politikern und einem Vertreter von Amnesty International.

Zukunft Europas - Europa der Zukunft

Das Seminar diskutiert Grundsatzreden zur Zukunft Europas und wird darauf aufbauend in einer Zukunftswerkstatt eine eigene Vision des zukünftigen Europas entwerfen. Bei Bedarf werden in einem einführenden Teil die Grundlagen bzgl. EU-Geschichte und Institutionen im Seminar erarbeitet.

Europa und Amerika

Die transatlantischen Beziehungen befinden sich seit Ende des Kalten Kriegs in einer strukturellen Krise. Die Debatten über Strategien (inter)nationaler Sicherheitspolitik, wie sie in der Auseinandersetzung um den Krieg gegen Irak zu Tage traten, zeigen tiefgreifende Differenzen über Ziele, Vorstellungen und Interessen. Während die USA die einzige verbleibende Supermacht darstellen, hat die EU als außenpolitischer Akteur noch keine Identität - eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) existiert vor allem seit dem 11. September 2001 lediglich auf Papieren.
Wie sieht die institutionelle Basis einer europäischen Außenpolitik überhaupt aus? Wie hat sich die Identität Europas seit dem Kalten Krieg entwickelt? Ist vor diesem Hintergrund die Forderung von Jürgen Habermas nach der Herausbildung einer europäischen Identität in Abgrenzung zu den USA sinnvoll? Präsentieren sich die USA als "kluger Hegemon" oder "rogue superpower"? Gibt es neben den allseits diskutierten "power gap" andere strukturelle Gründe für transatlantische Divergenzen? Was folgt daraus?
Das Seminar führt zunächst in konzeptionelle und institutionelle Grundlagen der transatlantischen Beziehungen ein. Entwicklungen, Positionen und Strategien werden in Gesprächen mit Wissenschaftlern und Diplomaten analysiert. Das führt zu der Frage nach Identität, möglichen Konzeptionen und Perspektiven einer EU-Außenpoltik.